Full-HD filmen mit Spiegelreflexkameras

Filmen mit DSR-KamerasSpiegelreflexkameras und Videoaufzeichnung – Zwei Einsatzgebiete, die sich noch vor einigen Jahren nicht unter einen Hut bringen lassen konnten. Im Gegensatz zu herkömmlichen Digitalkameras, die schon seit längerer Zeit die Aufnahme von Videofilmen ermöglichen, verfügen digitale Spiegelreflexkameras über einen eingebauten Spiegel zwischen Objekt und Sensor, welcher bei der Erstellung von Fotos in Sekundenschnelle nach oben wegklappt und sich direkt nach der jeweiligen Aufnahme blitzschnell zurück an seinen ursprünglichen Aufenthaltsort zurücklegt.
Um auch die Aufnahme von Videofilmen zu ermöglichen, müsste eben jener Spiegel für längere Zeit aus dem Verkehr gezogen werden, ein Blick durch den Sucher würde durch dieses Verfahren jedoch nicht mehr möglich sein. Grundlegend geändert hat sich die Einstellung von Spiegelreflexkamera-Herstellern gegenüber Videoaufnahmen mit der Einführung des sogenannten Live-View-Modus. Ähnlich wie bei herkömmlichen Digitalkameras ermöglicht diese Funktion eine Live-Betrachtung des ausgewählten Motivs auf dem Display der Kamera, der integrierte Spiegel wird während dieses Prozesses gänzlich nach oben weggeklappt. Nach Einführung der neuen Technik dauerte es nicht allzu lange, bis die ersten Hersteller auch mit dem Einbau einer Videofunktion auf Kundenfang gingen.

Komfortable Videoaufnahmefunktionen

Immer mehr Hersteller bieten in ihren neuesten Spiegelreflexkamera-Modellen die komfortable Videoaufnahmefunktion in Full-HD-Auflösung mit 1080p an und versuchen somit besonders Wechselkunden einen Einstieg in die digitale Spiegelreflexfotografie schmackhaft zu machen. Doch können derartige Modelle wirklich eine ernsthafte Konkurrenz für die unzähligen digitalen Camcorder oder die weitaus kostengünstigeren Kompaktkameras mit HD-Videomodus darstellen? Klare Antwort: JA!
Im direkten Vergleich zu Camcordern profitiert die Spiegelreflexkamera durch vorhandene Tiefenschärfe, eine Eigenschaft, die Anwender von digitalen Camcordern schmerzlichst vermissen. Während bei Aufnahmen mit einem derartigen Gerät das gesamte Aufnahmefeld in einem gleichen Schärfegrad erscheint, punkten Spiegelreflexkameras, ähnlich wie auch bei erstellten Fotos, mit einem größeren Sensor und einem regulierbaren Schärfebereich. Das Ergebnis: Durch gezielte Schärfeverlagerungen erscheinen einzelne Personen im Vordergrund gestochen scharf, unwichtige Elemente im Hintergrund unscharf. Ein weiterer, nicht zu verachtender Faktor von größeren Sensoren ist ihr deutlich niedrigeres Rauschverhalten. Selbst bei unvorteilhaften Lichtverhältnissen in Wohnungen oder im abendlichen Dämmerlicht lässt sich bei der Verwendung eines Spiegelreflex-Videomodus häufig eine brillante Aufnahmequalität erzeugen, viele Camcorder-Modelle haben in derartigen Situationen das Nachsehen.

Ein großer Funktionsumfang

Nicht nur die enthaltene Tiefenschärfe spricht für die Videoaufnahmefunktion von Spiegelreflexkameras. Wie auch bei der Erstellung von Fotos bieten unterschiedlichste Objektive dem Benutzer einen großen Spielraum bei der Erstellung von eigenen Videofilmen. Neben dem enthaltenen 18-55mm Standardobjektiv können Hobbyfilmer zwischen Makro-, Fish-Eye- oder Supertele-Objektiven wählen.
Ein kleines Erfolgserlebnis sei an dieser Stelle jedoch auch den digitalen Camcordern gegönnt: Während fast alle auf dem Markt erhältlichen Modelle die Aufnahme von Stereoton ermöglichen, schwächeln einige ältere DSLR-Modelle bei dieser Eigenschaft, sie bieten für die Aufnahme lediglich Mono-Ton-Aufzeichnung an.

Besonders ambitionierte Hobbyfilmer sehnen sich schon lange nach Aufnahmegeräten mit variablen Tiefenschärfebereichen, mit der Einführung der DSLR-Videofunktion wurden die Wünsche dieser Zielgruppe nun endlich erhört. Lediglich die unhandliche Größe einer Spiegelreflexkamera, sowie die teilweise recht hohen Anschaffungskosten eines derartigen Modells könnten manchen potentiellen Kunden von einem endgültigen Kauf abschrecken. Qualitätsbewusste Hobbyfilmer werden die erweiterten Möglichkeiten der DSLR-Videofunktion definitiv zu schätzen wissen, Kunden, die nur ab und an einen kleinen Videoclip aufnehmen möchten, werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch in Zukunft ihrer kompakten Taschen-Digitalkamera oder ihrem liebgewonnenen Camcorder treu bleiben. Alles in allem dürfte derartigen Modellen auch in den kommenden Jahren ein fester Platz in den Regalen der Multimediamärkte gesichert sein.

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